Kaiserslautern von unten

Manch einer behauptet, Kaiserslautern von unten sei wesentlich schöner als Kaiserslautern von oben. Steile These. Fast so steil wie die ersten Stufen in die Lauterer Unterwelt. Ich gehe der Geschichte nach (unten).

Ich wage es in den unterirdischen Gängen, Kaiserslautern von unten zu betrachten

Obwohl Enge und Dunkelheit nicht so meins sind, bin ich ziemlich Fan von allem, was unter der Erde liegt. Wie passend! Bei der Führung durch die unterirdischen Gänge liegen in erster Linie Überreste eines keltischen Friedhofs. Schluck! Friedhof der Kuscheltiere lässt grüßen. Der Weg beginnt reumütig: „Jetzt ducken!“

An manchen Stellen heißt es ducken, sonst Kopf ab

Die Gänge sind nichts nur Leute mit Platzangst

Während der Tour bist du 6 bis 8 Meter unter der Erde

Der Blick auf Kaiserslautern von unten hat was von Six Feet Under, immerhin befindest du dich 6 bis 8 Meter unter der Erde. Ja ok, ich weiß, 6 Feet sind nichtmal 2 Meter. Weiterer Fakt ist, dass das Gestein hier mehr als 200 Millionen Jahre alt ist. Beeindruckend, wa?! Der begehbare Weg durch die unterirdischen Gänge ist mit nur 70 Metern nicht wirklich lang, fühlt sich aber interessant an. Es knirrscht es unter meinen Füßen: ein Teil des Weges ist grober Kies. Allerdings befindest du dich auf dem Holzweg

Die unterirdischen Gänge sind gut zu Fuß zu bewältigen

Dieser Weg, der ist steinig und schwer...

Wer Kaiserslautern von unten sehen will, muss absteigen

…falls du jetzt denkst, wie schön das alles hinkonstruiert ist. Im Gegensatz zur einen oder anderen weiblichen D-Prominenz, ist hier alles echt. Auch das Skelett. Ob er/sie seinerzeit selbst ein D-Promi ist, ist nicht bekannt. Auch nicht, wer genau er/sie ist und welche Funktion er/sie damals hat.

Das Skelett in den unterirdischen Gängen ist echt

Es gibt keine klassische Ausstellung, aber dafür Infotafeln

Die Ringmauer ist ein Überbleibsel der salischen Zeit

Sogar die Mauern sind original erhalten und für die Öffentlichkeit entsprechend aufbereitet. Die alte Ringmauer (Foto oben) stammt aus der salischen Zeit und ist satte 1.000 Jahre alt. Was vermutlich kaum einer weiß: Kaiserlautern ist einst Bierstadt. Lauter Wasser ist nämlich ziemlich weich und deshalb perfekt zum Bier brauen. Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es rund 20 Brauereien – auf gerade einmal 10.000 Einwohner. Das Brauereiwesen hält bis in die 1980er-Jahre an. Auf Schautafeln kannst du die Geschichte der Lauterer Biermacher nachlesen. Hicks!

Während der Führung gibt es viele Schautafeln

Viele Brauereien gibt es einst in Kaiserslautern

Die Kaiserpfalz und das Jagdschloss von Casimir siehst du hier

Eine Führung durch die unterirdischen Gänge dauert etwas mehr als eine Stunde und kostet nur 5 Euro für Erwachsene (3,50 Euro ermäßigt). Der Blick auf Kaiserslautern von unten findet immer samstags vormittags statt (in den Ferien auch mittwochs), was du bei der Planung deines Urlaubs in der Pfalz beachten solltest. Spontan kommen geht eher nicht, denn du musst dich vorher anmelden. Mehr als 25 Personen passen hier unten nämlich nicht rein.

Fazit Kaiserslautern von unten

Bei deiner nächsten, oder vielleicht auch ersten, Städtereise nach Kaiserslautern solltest du die unterirdischen Gänge auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Die Führung ist zeitlich überschaubar und vor allem wetterunabhängig. Ich empfehle halbwegs festes Schuhwerk und Interesse an Bier und Gestein. Du magst es weniger statisch, sondern multimedial? Läuft, begleitet wird das Erlebnis nämlich von Licht- und Soundeffekten. Und ob Kaiserslautern von unten tatsächlich schöner ist als von oben, kannst du danach am besten selbst beurteilen. 🙂

Mein Tipp: Falls du genug hast von dunklen, feuchten Gängen, dann gibt es auch was an der Oberfläche. Im Krämerladen von Thomas Krämer gibt es selbstgemachte Bonbons (Klassiker: Waldmeister), in der Kaffeerösterei von Christian und seiner Frau Stephanie gibt es frisch gerösteten Kaffee aus feinsten Sorten (Klassiker: Äthiopien Sidamo).

Dein Deutschland-Reiseblog #1 ist bei diesem Reiseziel unterstützt durch Kaiserslautern Tourismus, aber keine Sorge: Es ist meine persönliche Meinung!

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