Der Dom in Sankt Blasien

Der Dom in Sankt Blasien ist berühmt für … ja, wofür eigentlich? Er schmipft sich Dom, obwohl er eigentlich ein Münster sein müsste, und wirkt auf den ersten Blick wie Klein-Vatikan. Alles nur ein Marketingtrick gewiefter St. Blasianer?

Ich im Dom St. Blasien: Ruhe, bitte!

„Ruhe, bitte!“ ist auch in diesem Dom das Motto. Scheint einige Sportsfreunde aber nicht davon abzuhalten, sich lautstark über Sinnlosigkeiten zu unterhalten oder das Handy länger klingeln zu lassen als sonst. Alte/r, jetzt mal ehrlich, egal wie Du zu Kirche und Religion stehst, aber Respekt und Rücksicht solltest Du nicht zuhause lassen. Moralkeule Ende.

Der Heilige Stuhl, ist er das?

Offensichtlich ist das der Heilige Stuhl, auf dem nur Auserwählte Platz nehmen dürfen. Vielleicht sogar nur DER Auserwählte, the chosen one quasi. Ich bin es nicht, denn als ich mich dem Stuhl Gottes nähere, verschwindet die Sonne. Reiner Zufall 🙂

Leere Stühle in St. Blasien

Die Stuhlreihen sind fast so gut besetzt wie beim sonntäglichen Gottesdienst meiner Nachbarskirche: gar nicht. Religionstechnisch befinde ich mich ohnehin ZWISCHEN den Stühlen und nicht darauf. Meine persönliche Meinung: Religion geht auch ohne Kirche.

Die Reliquie: Gebeine des Heiligen Blasius

Was wäre ein Dom ohne Reliquien? Nüschd, richtig, deshalb findest Du hier die Reste von Blasius‘ Knochen bzw. seiner Gebeine – hübsch angerichtet in einem Reliquienschrein (Reliquie aus einem Schweizer Antiquariat) mit schlichtem Reliquienkreuz in Goldoptik. Die übrigen Knochenreste sind im weißen Marmoraltar des Doms versenkt.

Der Innenraum des Doms ist in Weiß gehalten.

Falls Du keine ausgeprägte Schwarz-Weiß-Schwäche hast, dann fällt Dir sicherlich schnell auf, dass der Innenraum des Doms zu Sankt Blasien von der Farbe Weiß dominiert wird. Wirkt modern. Faktencheck: Bei seiner Einweihung 1783 ist der Dom mit 62 Metern Gesamthöhe die drittgrößte Kuppelkirche Europas, heute gehört die ehemalige Abteikirche des Klosters mit ihrer 36 Meter großen Kuppel immer noch zu den größten in Europa.

Fotografieren ist im Dom erlaubt!

Fotografieren im Dom ist erlaubt. Macht Sinn, denn schließlich bietet das Gotteshaus eine Menge visueller Eindrücke und Motive wie zum Beispiel…

Die Wanddecke mit Kuppelgemälde

…die Wanddecke. Unter der Kuppel findest Du unübersehbar ein großes, buntes Deckengemälde von 1912: es stellt die Aufnahme Marias in den Himmel dar. Schön ist es, obwohl ich mir das Gemälde nicht unbedingt übers Bett hängen würde 🙂

Große, runde Kuppelfenster im Dom zu Sankt Blasien

Auch schön sind die runden Kuppelfenster. 17 Stück sind es an der Zahl, die vor rund 30 Jahren saniert werden müssen – unter anderem werden Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg entfernt bzw. neu verfugt. „Realität trifft Religion“ würde ich titeln. Welch ein Geistesblitz…

Sonne, Himmel und Kirche - ob das passt?

…mich durchfährt beim Anblick der Jesusfigur kann ich gar nicht mehr so genau nachfühlen. Trotz einer gewissen Religionslosigkeit bin ich fasziniert vom Ort Sankt Blasien, vom Dom und dem ganzen Drumherum.

Jesus wacht in St. Blasien über seine Schäfchen.

Dank Teleobjektiv mit 200 mm Brennweite komme ich groupie-like ganz nah ran an Jesus Christ Superstar. Der Sohn Gottes blickt von weit oben herab auf den Domplatz und zeigt den Blasianern, wo und wer der Herr im Haus ist.

Die Kuppel des Doms ist schon bei der Anfahrt sichtbar.

Mitten auf dem Domplatz von Sankt Blasien steht ein weiterer Superstar auf einem nach ihm benannten Brunnen: der Heilige Blasius. Vom Blasiusbrunnen aus wacht er über seine Kirche und die eintretenden Schäfchen.

Der Heilige Blasius auf seinem Blasiusbrunnen

Der einst „bürgerliche“ Name des Heiligen Blasius, nach dem die Kirche und der Ort St. Blasien benannt sind, lautet Blasius von Sebaste. Er stirbt 316 n. Chr. den Märtyrertod = Kopf ab! Hier und heute wird er klassisch mit den Bischofselementen Krummstab, Mitra, Brustkreuz und Buch dargestellt.

Wer den Göttlichen Segen empfängt, ist der Auserwählte.

Das Haus Gottes steht zwar jedem offen, aber eben nur zu den regulären Öffnungszeiten: im Winter von 8.30 bis 17 Uhr und im Sommer von 8 bis 18.30 Uhr. Während der Gottesdienste (SA  19 Uhr, SO 10 Uhr und 11.15 Uhr) ist eine Besichtigung des Doms logischerweise nicht möglich.

Der Dom von Sankt Blasien sieht nach Vatikan aus.

Domführungen gibt es zwar, aber a) müsstest Du die Führung vorher telefonisch anmelden und b) sind sie nicht wirklich notwendig. Das schaffst Du alleine, Tschakka, ich glaube an dich. Noch was zur Anreise: Alle Wege führen nach Rom ähm zum Dom – zumindest in St. Blasien, top Beschilderung sei Dank.

Fazit Dom Sankt Blasien

Der Dom in Sankt Blasien ist ein echtes Kunstwerk: Du siehst die beeindruckende Kuppel bereits bei der Anfahrt auf St. Blasien und auch innen findest Du ne Menge fürs Auge (oder für die Fotokamera). „Außen traditionell katholisch, innen modern“ würde ich es kurz und bündig beschreiben. Selbst wenn Du den „Schwarzwälder Dom“ ganz gemütlich erkundest, brauchst Du nicht mehr als zwei Stunden einplanen. Kein Marketingtrick, isso 🙂

Mein Tipp: Kombiniere deinen Besuch im Dom zu St. Blasien mit einem Ausflug zu den Menzenschwander Wasserfällen (hier geht es zu meinem Artikel für Freunde gepflegter Langzeitbelichtung). P.S.: Der Dom ist eigentlich kein Dom, weil er nie Bischofssitz ist. Check.

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