Quanah Schott Patisserie

Saarbrücken hat einen neuen süßen Superstar: Quanah Schott (sprich kwanah) betreibt eine Patisserie in der Mainzer Straße am Rande der Innenstadt. Essen ist genau mein Ding, Süßes sowieso. Check.

Ich mit Quanah Schott in seiner Patisserie

Kleines Rätsel: Einer der beiden Typen auf dem Foto isst gerne Süßes, der andere macht gerne Süßes und kann das auch ziemlich gut (Lösung: links im Bild). Quanah Schott packt 2002 seine Koffer und zieht nach Paris. Dort geht er durch die harte Schule der Patisserie-Kunst. Mehr als 10 Jahre später eröffnet er seinen ersten eigenen Leckerladen in Saarbrücken. „Den habe ich spontan gefunden“, so Quanah. „Die Lage ist wesentlich besser als in der Innenstadt. Das Viertel um die Mainzer Straße herum ist im Kommen – und man kann in zweiter Reihe parken.“ Noch besser: Du kannst dem Meister durch die Scheibe von außen zuschauen.

Eingang der Patisserie Saarbrücken

„Bonjour madame, bonjour monsieur…“ ist die überraschend häufige Anrede im kleinen Verkaufsraum. Zum einen, weil Quanah fließend französisch spricht und zum anderen weil viele Franzosen hier ihrer Lust auf „petits gateaux“ nachgehen. Kein Wunder: die französische Grenze ist nur rund 4 km entfernt.

Quanah mit seiner Kundschaft

Viel Auswahl, viele verschiedene Macarons

Während eine Enkelin und ihre Oma sich noch nicht sicher sind, welcher Macaron es sein soll, hat ein Paar mittleren Alters bereits entschieden. Nebeninfo: Macarons sind Doppelkekse mit Baiserboden, die wie Miniburger aussehen. „Manche Kunden kaufen für 100 Euro ein, zum Beispiel für eine Familienfeier“, so Quanah. „Ein einzelner Macaron kostet 1,50 Euro, die kleinen Törtchen zwischen 3,50 Euro und 3,70 Euro. Wenn man die Teile mit anderen in der Region vergleicht, sind wir zumindest schwerer“, witzelt der gebürtige Saarländer. Sein absoluter Renner ist Cheesecake: „Mit dem habe ich damals angefangen, und den mache ich in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Maracuja, Limette, Grapefruit, Himbeere, aber auch klassisch amerikanischen Cheesecake.“

Cheesecake ist der Renner

Himbeer-Törtchen

Schoko-Pistazien-Törtchen

Die Auslage der Theke

„Ich esse alles gerne, bis ich irgendwann zu viel davon habe. Dann kommt es aus der Vitrine“, antwortet Quanah Schott auf die Frage nach seinem Lieblingsmacaron. Angefangen hat er mit 7 Sorten, inzwischen sind es 9. Alle vier Wochen gibt es den „Macaron des Monats“: je nach Saison Kürbis-Muskatnuss-Zimt, Hagebutte oder Rhabarber-Maracuja-Himbeere. Mojito-, Aperol- und torfige Whiskeymacarons stehen zwischendurch auch auf dem Programm. Kreative Eingebungen kommen ihm wie im Schlaf bzw. davor. „Beim Einschlafen kommen mir die meisten Ideen für neue Sorten. Die muss ich dann ganz schnell aufschreiben, sonst vergesse ich alles gleich wieder.“ Als Versuchskaninchen für neue Süßigkeiten dürfen Freunde, Familie und Mitarbeiter herhalten. Genau mein Job 🙂

Macarons sind bei Quanah Schott sehr beliebt

Macarons auf dem Blech

In der gläsernen Backstube neben dem Verkaufsraum riecht es endlich so, wie ich es schon den ganzen Tag erwarte. Süß, süßer, lecker eben. Und endlich geht es zur Sache: die Werkzeuge liegen bereit, die Schokosahne ist über Nacht perfekt abgekühlt und Quanah richtet an. Erste Überraschung: als „Spritzwerkzeug“ benutzt er eine handelsübliche Plastiktüte mit Aufsatz. Keine Sonderanfertigung mit digitaler Füllanzeige oder WLAN… 🙂

Waage mit Schneebesen

Schoko und Sahne schlagen

Spritztüte mit Tülle

Auftragen der Schokosahne

Der Meister richtet an

Haselnüsse auf das Douceur Chocolat

Schokotaler mit Logo drauf

Done! Die frischen, selbstgemachten Zutaten sind zu einer süßen Einheit verschmolzen – auch visuell. Darf ich vorstellen? Schokosahne mit einer Textur irgendwo zwischen Creme und Mousse. Bitterschokoladenbiskuit auf Haselnussbiskuit (beides ohne Mehl). Haselnüsse drauf und fertig ist das tolle Törtchen. Das einzige zugekaufte Element ist der „Dekoschokotaler“ mit seinem Logo drauf. „Dafür bräuchte man einen Farbdrucker mit Lebensmittelfarbe. Ich finde, das Geld dafür kann man besser investieren.“

Quanah in seiner Werkstatt

„Anfangs musste ich hinten alles selbst machen. Da habe ich früh morgens zwischen 6 und 7 angefangen. Inzwischen sind Mitarbeiter da, die mir viel abnehmen. Deshalb fange ich erst um 9 an. Abends geht es meist bis etwa 19 Uhr.“ In Paris ging das etwas anders zu: „Da waren es an die 100 Stunden Arbeitszeit pro Woche. Vielen sagen, dass man keine Freizeit mehr hat, sobald man selbstständig ist. Aber wenn man vorher was gemacht hat, wo man wirklich keine Freizeit hatte, dann ist selbstständig sein wie Urlaub.“ 🙂

Fazit Quanah Schott Patisserie

Falls du eine Städtereise Saarbrücken oder Urlaub im Saarland planst, dann solltest du unbedingt einen süßen Abstecher in die Patisserie von Quanah Schott machen. Es sei denn, du bist eher der herzhafte Typ. Alle anderen werden hier noch glücklicher. Montags und dienstags ist geschlossen, daher legst du deinen Einkauf besser aufs Ende der Woche. Meine Favourites sind das Douceur Chocolat (das er weiter oben gemacht hat) und Schoko-Pistazien-Törtchen. Törtchen ist übrigens der bessere Begriff bei deiner Bestellung. Schnitte oder Schnittchen kann Quanah gar nicht ab 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • E-Mail
  • Facebook
  • Twitter
  • Tumblr
  • YouTube
  • Pinterest