Stasimuseum Berlin

Als sogenannter „Wessi“, mein Lieblings-Unwort überhaupt, fehlt mir ein wenig der Bezug zu DDR, SED und Stasi. Das Berliner Stasimuseum klärt über ein System auf, das ich für ziemlich genial und krank halte.

Ich im Stasimuseum in Berlin

Beginnen wir mit dem Highlight, zumindest meinem persönlichen Höhepunkt. Der befindet sich im zweiten Stockwerk, in der sogenannten Minister-Etage im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Hier stiefelst du durchs ehemalige Zentrum der Stasi-Macht: die Diensträume von Erich Mielke und Gefolge.

Telefon im Berliner Stasimuseum

Geniales Tonbandgerät

Büroräume von Erich Mielke

Wanzen und Knopfkameras

An den Themen Aushören, Abhören und Aushorchen kann ich mich nicht satt genug sehen. Keine Ahnung, ob die Welt der Spionage erst durch James Bond so richtig hip wird. Die Genialität hinter Wanzen, Infrarotkameras und Abhörmethoden fasziniert mich derbe. Bildergalerie check!

Panzerschrank von Mielke


Ausweise und Ausreise

Wenn es um persönliche Schicksale geht, lädt sich das Thema Spionage schnell emotional auf. Die Art und Weise, wie sich Bürger gegenseitig verdächtigen und an den Pranger stellen, sagt viel über die vermeintlich gut funktionierende Gesellschaft aus. Übrigens: Rund 80 Prozent der Beschuldigungen durch Nachbarn, Kollegen und „Freunde“ erweisen sich als haltlos.

Die original alten Einrichtungsgegenstände und Accessoires wie Tonbänder, Telefonanlagen, Schreibmaschinen, Panzerschränke, Klamotten, Waffen und Geheimutensilien sorgen im Stasimuseum für perfekte Retro-Atmosphäre.

Stasi-Mitarbeiter als Förster

Ehemalige Utensilien

Türspion mal anders

Datenschutz 0.1: Die Wohnzimmertür auf dem Foto oben verbirgt nicht nur eine äußerst clevere Wanze, sondern auch eine ziemlich kuriose Geschichte. Erst 17 Jahre nach dem Mauerfall entdecken Wohnungsbesitzer eher zufällig, was sich da zwischen Tür und Angel befindet. Die Familie gerät einst ins Visier der Stasi, weil sie Kontakt zu westdeutschen Verwandten pflegt. Der Bundesnachrichtendienst (BND) unterstellt ihnen Spionage-Absichten. Seriously?!?

Preise und Öffnungszeiten

Die Preise für deinen Besuch im Berliner Stasimuseum sind ok: Erwachsene zahlen schlappe 6 Euro Eintritt, Ermäßigte 4,50 Euro. Auch an den Öffnungszeiten wird dein Besuch nicht scheitern: unter der Woche 10 bis 18 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr. Für die Anfahrt empfehle ich dir die Nutzung der U5: Haltestelle „Magdalenenstraße“ im Stadtteil Lichtenberg, und von dort etwa 5 Minuten zu Fuß.

Stasimuseum, ehemals Hauptquartier

Bewertung Stasimuseum Berlin

Das Stasimuseum in der Berlin ist ein richtig interessantes Ausflugsziel in einem noch interessanteren ex-Hauptquartier als Kulisse. Bin mir nicht sicher, ob es für mich zu den top Sehenswürdigkeiten in Berlin gehört. Ich platziere es auf jeden Fall im oberen Drittel. Rund zwei Stunden brauchst du für den Einblick in eine kuriose Stasi-Welt. Warst du schon dort? Würdest du gerne hin? Freue mich über jeden Kommentar. 🙂


Mein Tipp: Noch mehr Spionage, allerdings mit etwas mehr Interaktivität, spürst du im Deutschen Spionagemuseum am Potsdamer Platz (> zum Blogartikel). Falls du dich mehr für Grenzteilung und menschliche Geschichten interessiert, empfehle ich dir den kostenlosen Besuch im Tränenpalast (> zum Blogartikel). Weitere Stasimuseen gibt es übrigens im ehemaligen Gefängnis in Hohenschönhausen, in Rostock, Dresden, Erfurt und Potsdam sowie die berühmte „Runde Ecke“ in Leipzig.

2 Comments

  1. m-ART-je

    Das ist ein richtig guter Tipp, klingt sehr interessant – ich bin von Geschichte, die noch nicht so wahnsinnig lange vergangen ist, sehr berührt und hoffe auf eine baldige Berlin-Zeit, um das Stasimuseum besuchen zu können. Danke!

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