Industriemuseum Chemnitz

Industriekultur gehört zur Karl-Marx-Stadt wie Senf zur Rostbratwurst. Deshalb findest du im Industriemuseum Chemnitz eine Menge historisch aufgeladene Dinge aus der sächsischen Großstadt. Ob es sich lohnt?

Ich vor dem Industriemuseum Chemnitz

Hui, von außen sieht das Chemnitzer Industriemuseum ziemlich schick aus. Das stylishe Backsteingebäude ist die ehemalige Gießerei der ehemaligen Werkzeugmaschinenfabrik Escher. Anfang der 80er wird die Gießerei endgültig stillgelegt, Mitte der 90er verhindert der Förderverein Industriemuseum Chemnitz ihren Abriss. Seitdem steckt das Sächsische Industriemuseum drin.

Industriemuseum Chemnitz von aussen

Am Eingang wird entwertet

Wie du auf dem 360-Grad-Foto siehst (anklicken, kurz warten, Smartphone schwenken), stehen alle Exponate in einer riesigen Halle mit mehr als 50 Metern Länge. Gießereihalle und Maschinenhaus sind die einzigen Überbleibsel der einst so großen Sächsischen Industriekultur.

„Ich mag Innen und Außen“

Anett arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Chemnitzer Industriemuseum und kennt sich daher tipptopp aus. In nur 100 Sekunden erzählt sie von der Besonderheit „ihres“ Museums und von ihrem Lieblingsplatz in Chemnitz.

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Meine Lieblinge

Als ich gestern in der Bahn – auf dem Heimweg von Sachsen nach Schwaben – die Fotos für diesen Blogartikel sortiere, bleibe ich an zwei Exponaten hängen. Der heutzutage eher unkonventionelle Melitta-Kaffeefilter (Anekdote folgt gleich) im Alu-Mantel schafft es sogar auf das Titelbild (siehe ganz oben). Die Chemnitzer Teermumie ruht bereits seit 2003 friedlich im Museum.

Melitta Kaffeefilter aus Alu

Chemnitzer Teermumie

Kleine Anekdote zur Entstehung des Kaffeefilters: Als Hausfrau und Mutter Melitta Bentz 1908 vom störenden Kaffeesatz genervt ist, wird sie zu einer der bekanntesten Erfinderinnen weltweit. Sie nimmt eine alte Blechbüchse, hackt ein paar Löcher rein und kombiniert das Ganze mit einem Heftlöschblatt ihres Sohnes. Es kann so einfach sein. 🙂

Bildergalerie

In meiner Galerie zeige ich dir ein paar gönnbare Highlights. Ohne dass ich es in jenem Moment ahne, stehe ich vor echten Krachern der Ausstellung. Dazu gehören die Lokomotive der Reichsbahn-Baureihe 98, das sogenannte „Silberne Band der sächsischen Industriegeschichte“ sowie eine funktionsfähige Germania-Dampfmaschine.

Des Deutschen Liebling

Autos gehören ja schonmal ganz generell zur deutschen Geschichte und zur deutschen Gegenwart dazu. Ostdeutsche Automarken gehören meist allerdings weniger ins persönliche Setup. Ab den 1920ern ist die Auto- und Motorradmarke DKW (Dampf-Kraft-Wagen) the next big thing. Im Industriemuseum Chemnitz steht unübersehbar der „DKW-Turm“ mit einem Best-of an DKW-Motoren und -Autos wie der legendäre DKW F7.

DKW Auto mit Dach

Eine echte Ostmarke: Autos von DKW

Web-Analyse

Obwohl Klamotten heutzutage viiiel weiter im Osten hergestellt werden, ist Chemnitz lange Zeit ein wichtiger Player in der Textilindustrie. Im Untergeschoss findest du viele Textilmaschinen aus dem späten 19. Jahrhundert, die sogar noch funktionieren. Falls du ein Crack im „Web-Business“ (höhö!) bist, ist der Zeugwebstuhl Federnschlag der Sächsischen Webstuhlfabrik AG von 1902 vermutlich genau dein Ding. 🙂

Webstuhl von damals

Ein echtes Weberzeugnis ohne Internet

Auch im Internet wird gewebt

Sonderausstellung

Grundsätzlich finde ich Sonderausstellungen nicht so pralle, weil sie meist ein ziemlich spezielles Thema behandeln. Die „Gesten“ im Industriemuseum Chemnitz gefällt mir ziemlich gut, weil die Ausstellung dich interaktiv abholt und mitnimmt. Sie findet von November 2017 bis März 2018 statt, bringt dir für deinen künftigen Besuch also leider nüschd. Sorry. 🙂

Sonderausstellung Gesten

Virtuelles Töpfern im Industriemuseum Chemnitz

Labyrinth mit den Händen steuern

Die Öffnungszeiten des Chemnitzer Industriemuseums sind easy zu merken: unter der Woche 9 bis 17 Uhr, wochenends und feiertags 10 bis 17 Uhr, montags ist zu. Die Eintrittspreise gehen klar: Erwachsene 7 Euro, Ermäßigte 4 Euro. Übrigens: 2005 wird das Industriemuseum Chemnitz mit dem „Europäischen Museumspreis“ ausgezeichnet.

Bewertung Industriemuseum Chemnitz

Ich gebe gerne zu, dass ich – als ich zum ersten Mal den Begriff Sächsisches Industriemuseum lese – nicht unbedingt in Jubelstürme ausbreche. Aber wie so oft im Leben, lohnt sich ein zweiter Blick. Das Industriemuseum Chemnitz ist alleine schon wegen seiner Architektur eine Reise wert, vor allem die sogenannte Rundbogenarchitektur. Falls du noch mehr Reisetipps zu Sehenswürdigkeiten in Chemnitz suchst, wird du hier fündig. Besonders gut gefällt mir das Archäologie-Museum SMAC (es gibt Kombitickets Industriemuseum/SMAC!), das mich eher an eine Kunstgalerie erinnert.

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