Deutsches Phonomuseum St. Georgen

Eine Schallplattennadel legt sich vorsichtig auf ihre Platte, und eine Klavier-Melodie krächzt aus einem großen Rohr. Das Lied eiert und hängt, hat was von Horrorfilm. Willkommen im Deutschen Phonomuseum!

Ich im Deutschen Phonomuseum in Sankt Georgen

Liebe Kinder, aufgepasst! In diesem Blogartikel begegnen euch seltsame Geräte, die ihr – wenn überhaupt – nur von Opas Dachboden kennt. Gar nicht sooo lange vor mp3 und Spotify kommen dicke Beats nicht aus Dr. Dres Kopfhörern, sondern sie krachen aus einem großen Ofenrohr. Der WUTON-Tonschreiber „Duplex“ sieht aus wie oldschool-retro-vintage Turntables, ist aber ein altes Schneidegerät. Put yo hands up!

Oldschoolige Turntables

Schallplattenspieler im Kuckucks-Look

Coin-operated phonograph

James Last Sing mit Tanz mit

Neben Audio-Schmankerln von James Last und weiteren Stars der Vinyl-Ära bestaunst du die Schallplatte auch als physikalischen Datenträger. Dazu gibt’s Grammophone, Folienband-Kassetten, Musiktruhen aus den 60ern, „moderne“ Walkmen und die gute, alte CD. Einen eigenen Rekord hat das Deutsche Phonomuseum natürlich auch in petto.

Der Älteste

„Das älteste Exponat ist gleich hier vorne, die Nummer 1, schauen Sie mal“, ruft mir die Dame vom Empfang hinterher, die – mit etwas schwäbischer Übertreibung – ähnlich alt sein könnte. 1878 erblickt der „EDISON Zinnfolien Phonograph“ als erster seiner Art das Licht der Welt. Na gut ok, die Dame ist doch jünger als der „Tonschreiber“. 🙂

Ältester Phonograph im Phonomuseum

Große, dicke Phonorohre

Bitte nicht berühren

His masters voice mit Hund Nipper

Das Motiv mit dem Hund vorm Grammophon kennst du vielleicht. Es zeigt Nipper, dessen Herrchen Francis Barraud ihn beim Lauschen am Phonographen beobachtet und die Szene 1898 auf Leinwand bringt. Nipper wird zum Logo und steht mehr als ein Jahrhundert stellvertretend für die gesamte Grammophon-Szene. Gerüchte, dass Nipper auf dem Bild eigentlich auf „his master’s voice“ aus dem Jenseits wartet, stellen sich als Fake News heraus.

Was zum Kuckuck!

Das Deutsche Phonomuseum befindet sich in St. Georgen, und das wiederum liegt im Schwarzwald. Klar, dass es hier eine Sonderausstellung mit Kuckucksuhren gibt. In der oberen Etage piept und zwitschert es, was der Kuckuck hergibt. Neben der traditionellen Uhrenindustrie St. Georgens läutet hier auch die u(h)rige Zulieferindustrie ihre Glocken.

Lauschige Treppe

Kuckucksuhren-Ausstellung

Uhrenwerk aus St. Georgen

Sonderausstellung im Deutschen Phonomuseum

Phono-Führung

Etwa einmal pro Monat findet eine Sonderführung zur Technik- oder Musikgeschichte statt. Dafür bezahlst du nichts zusätzlich. Für Gruppenführungen solltest du einen separaten Termin vereinbaren. Die Öffnungszeiten sind klassisch: montags ist zu, dienstags bis sonntags kommst du von 11 Uhr bis 17 Uhr für 5 Euro/Erwachsener rein. Falls du in Sankt Georgen übernachtest, halbiert sich der Eintrittspreis.

Deutsches Phonomuseum in Sankt Georgen

Ausstellung im Phonomuseum

Sieht von aussen nach Platte aus

Rund 5.000 Besucher pro Jahr hören und folgen dem Ruf des Deutschen Phonomuseums nach St. Georgen. Das kleine Örtchen liegt idyllisch eingebettet im Schwarzwald, ganz grob im Dreieck Freiburg-Stuttgart-Bodensee. Von Freiburg aus ist das Deutsche Phonomuseum rund eine Stunde mit dem Auto entfernt. Als Freund der nachhaltigen Anreise empfehle ich dir die Bahn, denn „St Georgen(Schwarzw)“ hat einen Bahnhof. 🙂

Bewertung Deutsches Phonomuseum

Das Deutsche Phonomuseum kommt auf jeden Fall in meine Liste „Kuriose Museen in Deutschland“, obwohl die Ausstellung an sich gar nicht kurios ist. Verrückt finde ich eher die Tatsache, dass ich mit Schallplattenspieler aufwachse („33 oder 45?“), aber Stimmung und Exponate trotzdem wie ein vorweltkriegliches Museum auf mich wirken. Außerdem verbinde ich den krächzenden Sound einer eiernden Schallplatte leider zu sehr mit Horrorfilmen statt mit nostalgischen Technikgefühlen. Wohl zu viel ferngesehen, hätte ich als Kind lieber mal öfter hörgespielt. 🙂 Hier findest du noch mehr Schwarzwald-Feeling.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.