Kaiserburg Nürnberg

Whow, whow und nochmals whow. Wenn ich an die Kaiserburg Nürnberg denke, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll mit Schwärmen. Und wo aufhören. Die Anlage ist super schön, die Führung super spannend, die Aussicht super mega und die Ausstellung super interessant. Whow eben.

Kaiserburg-NürnbergKann man auch gerne als Luxusproblem bezeichnen: Wenn einem die Stadt gefällt, das Essen, die Menschen, die Sehenswürdigkeiten und sonst gefühltermaßen irgendwie alles, dann fällt es einem doch recht schwer, das mit Worten richtig rüberzubringen. Ein Versuch. Ich starte mal mit ein wenig Blabla, vielleicht komme ich dann rein 🙂 Die Kaiserburg Nürnberg ist zweifelsfrei das Wahrzeichen der Stadt. Sie thront unübersehbar über Nürnberg, sie ist übersichtlich angelegt und es ist Schön hier! Seit dem Mittelalter repräsentiert ihre Silhouette Macht und Bedeutung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation und die herausragende Rolle der damaligen Reichsstadt. Dank der guten Connection zum Königtum und der Lage am Knotenpunkt wichtiger Fernstraßen entwickelt sich Nürnberg schnell zu einem bedeutenden Finanz- und Handelszentrum. Game of Thrones mitten in Deutschland. Der Freiheitsbrief Kaiser Friedrichs II. begünstigt 1219 die bürgerliche Autonomie der Gemeinde auf Kosten der burggräflichen Rechte und Aufgaben. Die Entwicklung zur eigenständigen Reichsstadt festigt sich mit dem Ende der Staufer 1254. Aber ganz ohne die Starks. Und ganz ohne die Lannisters 🙂

Führungen in der Kaiserburg Nürnberg

Tiefer Brunnen
Eine Führung in der Kaiserburg Nürnberg darfst Du dir auf keinen Fall entgehen lassen: Zum einen siehst Du die Burg sonst nur von außen (was schade ist, weil es auch innen sehr viel zu sehen gibt), zum anderen verpasst Du sonst mein persönliches Highlight: Tiefer Brunnen. Klingt nicht spektakulär, hat aber einen äußerst guten „Wiedererinnerungseffekt“. Im Brunnenhaus in der Mitte der Burganlage ist er untergebracht, der Tiefe Brunnen. In einem Raum, der nicht viel größer ist als ein handelsübliches Wohnzimmer. Ist halt echt nur der Brunnen drin. Eindrucksvoll ist er allemal: Bis auf die letzten oberen Meter der Brüstung, die im 16. Jahrhundert aus Sandsteinquadern gesetzt werden, ist der Schacht über 50 Meter in den gewachsenen Felsen getrieben. Es ist dunkel, daher siehst Du an sich nicht viel. Aber als der „Brunnenführer“ etwas Wasser in den Brunnen schüttet und Du das Aufplatschen erst Sekunden später hörst, ist klar: Es IST verdammt tief. Verstärkt wird das Ganze noch, indem der Brunnenführer einen Kranz aus Kerzen hinunterlässt und Du die Fahrt auf den Brunnengrund via Kamera verfolgen kannst. Genial 🙂

Sinwellturm
„Einzeln durchgehen, bitte, EINZELN…“ – diese Worte solltest Du mal im Hinterkopf behalten, denn das sind die Worte, denen Du beim Betreten des Sinwellturms folgen solltest. Sonst wird der „Sinwellturmwächter“ sauer 🙂 Der Turm ist nicht zu übersehen und stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, übersteht sogar die Luftangriffe auf Nürnberg mehr oder weniger unbeschadet. Die massive Bauweise und der ursprünglich auf halber Höhe des Turms befindliche Eingang dienen einst als Aufbewahrungsort, Tresor oder Kerker. Wenn Du den Aufstieg auf dich nimmst (was tendenziell überhaupt kein Problem darstellt), wirst Du mit einer überwältigenden Aussicht über die Nürnberger Altstadt belohnt. Klares Muss!

Video Kaiserburg Nürnberg

Burggarten der Kaiserburg Nürnberg

Kaiser Friedrich III. lässt Mitte des 15. Jahrhunderts auf der Südseite des Palas einen Garten anlegen – in Anlehnung an die Hängenden Gärten der morgenländischen Königin Semiramis. Später werden an Nord- und Westseite Bastionen errichtet, auf denen später der heute vorhandene Burggarten angelegt wird. Auf der großen Bastion ist ein Rosenquartier in Form eines Quadratparterres ausgeformt, das von einer Baumzeile gerahmt wird, die teilweise aus Schnurbäumen (Sophora) besteht. Von hier führt ein Weg zum Südteil des Gartens auf der unteren Bastion. Das zentrale Rondell wird von einem streng geschnittenen Baumrondell aus Feldahorn umspannt. Geschichtsmodus Ende. Neben dem eigentlichen Burggarten befinden sich auf der Kaiserburg noch einige kleinere Gärten: Diese sind bis auf den sogenannten Maria Sibylla Merian-Garten, der an die bedeutende Nürnberger Künstlerin und Naturforscherin erinnert, nicht zugänglich.

Eintrittspreise Kaiserburg Nürnberg

Was ich dir auf jeden Fall empfehle, ist die sogenannte „Gesamtkarte“: Darin inbegriffen ist der Eintritt in den Palas mit Doppelkapelle, Tiefer Brunnen, Sinwellturm und Kaiserburg-Museum. Dafür zahlst Du als Erwachsener faire 7 Euro, Ermäßigter 6 Euro und kostenlosen (!) Eintritt gibt es für alle unter 18 Jahren sowie Schüler mit allgemeiner Schulpflicht. Finde ich ziemlich nice, auch wenn ich schon lange aus dem letzten Raster falle 🙂 Du kannst die verschiedenen „Burgteile“ auch einzeln besichtigen. In diesem Fall sind für Palas mit Doppelkapelle und Kaiserburg-Museum 5,50 Euro fällig (Ermäßigte 4,50 Euro) oder Tiefer Brunnen und Sinwellturm für 3,50 Euro (Erwachsene, 2,50 Euro ermäßigt). Der wunderschöne Burggarten und Merian-Garten sind grundsätzlich kostenlos. Der Burggarten ist in der Sommersaison (April bis Oktober) von etwa 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit zu besichtigen, in der Wintersaison (November bis März) ist er geschlossen. Die restliche Burganlage ist täglich geöffnet – in der Sommersaison von 9 bis 18 Uhr, in der Wintersaison nur von 10 bis 16 Uhr.

Empfehle ich die Kaiserburg Nürnberg?

Unbedingt! Drumherum kommst Du ohnehin nicht, ist ja schließlich das Wahrzeichen von Nürnberg. Außerdem ist die gesamte Anlage wirklich super schön hergerichtet und gestaltet, so dass ein Spaziergang durch die Burganlage immer wieder was fürs Auge bietet. Der Ausblick vom Sinwellturm ist mega, den solltest Du dir nicht entgehen lassen. Apropos gehen, die „Anreise“ zur Burg empfiehlt sich am besten zu Fuß. Vom Hauptbahnhof aus sind es rund 20 Minuten in halbwegs ordentlichem Tempo und Du kommst auch gleich noch an vielen weiteren Sehenswürdigkeiten in Nürnberg vorbei, z. B. dem Nürnberger Hauptmarkt. Der Weg ist ja bekanntermaßen das Ziel, aber der Weg innerhalb der Burganlage kann in dümmsten Fall auch gleich dein letzter sein: Die Pflastersteine in der Kaiserburg Nürnberg sind teilweise etwas rutschig (auch bei Sonnenschein), daher solltest an gutes Schuhwerk denken. Flip-Flops stehen so einer Burganlage meiner Meinung nach sowieso nicht gut 🙂 Und ein wenig Kondition kann auch nicht schaden: Habe ich zwar schon schlimmer erlebt, aber der Weg zu einer Burg ist meistens recht steil. Liegt halt in der Natur der Sache. Aber eigentlich tut das nichts zur Sache: Du gehst hin, du genießt, whow!

Dieser Artikel ist unterstützt durch Nürnberg Tourismus, die mir dieses Reiseziel mittels 2-Tage-NürnbergCard kostenlos ermöglichen. Falls Du deshalb einen Verlust an Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit befürchtest, dann kann ich Dich beruhigen: Dieser Artikel besteht aus meinen Worten und stellt trotz “offizieller Unterstützung” meine persönliche Meinung dar!

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