Völklinger Hütte

Drei Geräusche begleiten mich auf meinem Weg durch die Völklinger Hütte: kreischende Bohrmaschinen, das Pochen eines Hammers auf Stahl und eine Flex, die auf Metall trifft. Perfekte Atmosphäre, fast wie bestellt. Da fühlt man(n) sich gleich gut aufgehoben.

Völklinger-Hütte

Echte Stahlarbeiter gibt es seit der Still-Legung der Völkinger Hütte 1986 zwar nicht mehr, aber dennoch sorgen die Mitarbeiter der Instandhaltung unbewusst fürs richtige Flair. Getoppt wird das Ganze nur noch vom metallischen Geschmack, den ich so gut wie die ganze Zeit im Mund habe. Sinnestechnisch läuft also alles schonmal ganz gut.

Safety first!

Ein schicker, blauer Helm sorgt für die nötige Sicherheit und das richtige Outfit. Ich bin gerüstet. Um die ganzen Eindrücke gleich zu verarbeiten, reicht mein innerer RAM-Speicher kaum aus. Das Gelände der Völkinger Hütte ist einfach sooo unglaublich groß und beeindruckend, und das einstige Arbeiterleben hier ist kaum vorstellbar.

Völklinger-Hütte_Vorsicht

Völklinger-Hütte_Kaffeeautomat

Das musst Du unbedingt selbst gesehen haben. Worte und Fotos können die Faszination, die ich empfinde, kaum ausdrücken. Es ist definitiv das Überwältigendste, was ich bislang in Deutschland sehe und wesentlich mehr als nur eine Sehenswürdigkeit im Saarland. Völklinger Hütte rockt ääh steelt. 🙂

Was ist die Völklinger Hütte?

Die Völklinger Hütte ist seit rund 20 Jahren Unesco-Weltkulturerbe und damit eine von derzeit 36 Welterbestätten der UNESCO in Deutschland (Stand: 07/2014). Wenn Du sie mit anderen bedeutenden Sehenswürdigkeiten vergleichst, bewegt sie sich auf Augenhöhe mit der Großen Mauer in China, den Pyramiden in Ägypten und dem Great Barrier Reef in Australien.

Völklinger-Hütte_Grün

Die Größe, Faszination und Bedeutung ihrer technischen Einrichtungen macht sie zu einem einzigartigen Denkmal der Industriegeschichte. Die Völklinger Hütte ist im übrigen die einzige ihrer Art, die in dieser Form noch vollständig erhalten ist. Die gesamte Anlage besteht aus sieben Erlebniswelten: Sinteranlage, Erzhalle, Möllerhalle, Gichtbühne, Kokerei, Hochöfen & Ferrodrom sowie Gebläsehalle. Du bekommst sie nun alle fein säuberlich aufgelistet. 🙂

Völklinger-Hütte_Sinteranlage

In der Sinteranlage schickt Dich eine Multimedia-Einführung auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Völklinger Hütte. Mit Einzug der Sintertechnik 1928 ist sie eine der modernsten und größten Sinteranlagen Europas.

Völklinger-Hütte_Erzhalle

In der Erzhalle ist ein Dach das eigentliche Highlight: Von hier aus hast Du einen super Panoramablick auf die Stadt Völklingen und auf das immer noch aktive Werk der Saarstahl AG.

Völklinger-Hütte_Paradies

Die Möllerhalle hingegen wirkt wie ein dürres Stahlskelett: Das labyrinth-artige Gerippe an dünnen Stahlträgern und Schienen zeigt Dir eindrucksvoll die Dimension, mit denen hier einst 20.000 Arbeiter ihre Brötchen verdienen.

Völklinger-Hütte_Möllerhalle

Krasse Eindrücke

Meinen persönlichen Whow-Effekt in der der Völklinger Hütte erlebe ich auf der Gichtbühne. Sie ist seit 2007 in ihrer ganzen Länge von 240 Metern begehbar. Diese paar hundert Meter kommen mir allerdings vor wie einige Kilometer, so weitläufig und beeindruckend ist sie. Der Aufstieg auf 27 Meter Höhe über dünne Stahltreppchen könnte etwas beschwerlich sein, aber es lohnt sich. Hier oben werden einst Rohstoffe in die Hochöfen gefüllt. Für das perfekte Rundum-Erlebnis sorgt die Helmpflicht auf der Gichtbühne: Das setzt dem Ganzen die Krone auf, besser gesagt den Blauhelm. 🙂

Völklinger-Hütte_Gichtbühne

Völklinger-Hütte_Gleisanlage

Völklinger-Hütte_Staubsackschieber

Die Kokerei hat an sich wenig zu bieten, dafür der Bereich „Hochöfen & Ferrodrom“: Auch von Aussichtsplattform der Hochofengruppe aus hast Du einen unvergleichlichen 360-Grad-Rundum-Blick.

Völklinger-Hütte_Beeindruckend

Das sogenannte Ferrodrom wiederum ist das erste Science-Center im SaarLorLux Raum (also der Großregion Saarland-Lothringen-Luxemburg). Hier wird Dir auf interaktive Art und Weise Wissenschaft rund um Feuer, Wasser, Erde, Luft und natürlich Eisen und Stahl vermittelt. Das Motto im Ferrodrom lautet: „Entdecken, erforschen, erfinden“, und das gilt nicht nur für Kinder. 🙂

Völklinger-Hütte_Push-the-button

Völklinger-Hütte_Gebläsehalle

Die letzte Erlebniswelt in der Völklinger Hütte ist die Gebläsehalle mit riesigen Gebläsemaschinen-Kolossen aus Eisen und Stahl, die einst den Wind für die Hochöfen erzeugen. Mega!

Eintrittspreise Völklinger Hütte

In der Völklinger Hütte kann man wahrlich von einem super Preis-/Leistungsverhältnis sprechen, denn hier bekommst Du für dein Geld im wahrsten Sinne des Wortes eine Menge zu sehen. Der reguläre Eintrittspreis beträgt 15 Euro, der ermäßigte 13 Euro. Aber: Ermäßigt bedeutet hier nicht Schüler oder Student, sondern das ist der Gruppenpreis/Person ab 15 Leuten.

Eintritt frei!

Und was ist mit Schülern, Studenten und Co.? Die haben es noch besser, denn Kinder, Jugendliche bis 18 Jahre sowie Schüler und Studenten mit Ausweis bis 27 Jahren haben in der Völklinger Hütte Eintritt frei. Falls Du aus Gründen nicht (mehr) in diese Zielgruppe fällst, dann nimm‘ Dir am besten mal Dienstag Nachmittag frei. Mit dem sogenannten „Dienstag-Nachmittag-Special“ kommen nämlich ab 15 Uhr alle (!) kostenlos in die Völklinger Hütte rein.

Völklinger-Hütte_Führung

Völklinger-Hütte_Kohlegleis

Völklinger-Hütte_Schienen

Völklinger-Hütte_Erster-Eindruck

Selbst eine reguläre Jahreskarte, falls Du sie denn brauchst, ist super günstig (32 Euro für Erwachsene), da zahle ich als Mitglied manch eines Vereins wesentlich mehr pro Jahr. 🙂 Geöffnet ist im übrigen täglich von 10 bis 19 Uhr (Sommersaison, April bis November) oder von 10 bis 18 Uhr (Wintersaison, November bis April).

Fazit Völklinger Hütte

Klares Muss, klares Das-sollte-jeder-mal-gesehen-haben! Dafür lohnt es sich meiner Meinung nach auch, eigens aus einem anderen Bundesland ins Saarland zu fahren. Wenn Du sowieso schon in der Gegend rund um Saarbrücken bist (Entfernung ca. 15 Kilometer) oder generell Urlaub im Saarland planst, dann solltest Du, nein MUSST Du, einen Besuch der Völklinger Hütte unbedingt einplanen. Allerdings brauchst Du keinen ganzen Tag dafür, ein gut geplanter Halbtagestrip reicht hier völlig aus.

Mein Tipp: Den rund sieben Kilometer langen Rundweg durch die Völklinger Hütte dürfest Du in lockerem Tempo in drei Stunden gut schaffen. Auf was Du hier allerdings verzichten musst, sind (regelmäßige) Führungen durch die Völklinger Hütte, was ich etwas schade finde. Ein paar tiefgründige Hintergrund-Informationen fände ich bei einer Stahlstadt dieser Größe schon sinnvoll. Ist aber nicht, also entweder planst Du eine Gruppenführung vorab oder Du begibst dich eigenständig auf Stahlarbeiters Rappen. Als Mann sowieso kein Problem: Dank Stahlgeschmack, -gefühl und -gerüsten fühlst Du dich sowieso gleich wie zuhause. Naja, zumindest gleich viel männlicher. 🙂 Noch mehr Lust auf Urlaub im Saarland? Dann schau mal hier.

Dein bester Reiseblog Deutschland ist unterstützt durch Saarland Tourismus, die mir dieses Reiseziel kostenlos ermöglichen. Dieser Artikel stellt meine persönliche Meinung dar!

Ein Kommentar zu “Völklinger Hütte

  1. Elvira Brief

    Waren gerade in Saarbrücken, da unsere Tochter dort lebt – wir wohnen an der Ostsee zwischen Eckernförde und Kappeln und sind häufig mit unsrem Wohnmobil in Deutschland unterwegs. Und unsere Tochter hat uns in die Völklinger Hütte geführt – und Du hast recht! Das ist das Beeindruckenste, das ich bisher gesehen habe. Die 4 Stunden Rundgang habe ich in keinster Weise bereut. Uns als ich jetzt zu Hause mein Fotobuch gestalten will über unsere Reise, stoße ich bei der Suche nach Hintergrundinformationen auf Deine Seite. Du erzählst und beschreibst so lebendig, dass man Lust bekommt, alle die genannten Orte zu bereisen!
    Und Deine Beschreibung der Völklinger Hütte habe ich mit Abwandlungen in mein privates Fotobuch mit aufgenommen – natürlich unter Nennung der Herkunft!
    Danke für die tollen Berichte – bei unseren nächsten Touren mit dem Wohnmobil werden wir sie zu Grunde legen für unsere Tourenplanung!
    Mit lieben Grüßen
    Elvira

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