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Heidenheim

Heidenheim an der Brenz (oder Heidenheim an der Bronx, ugs.) hat etwas, das sonst keine Stadt in Deutschland bieten kann: Ein besonderes Museum? Nein. Eine Speise, die man nur in Heidenheim zubereiten kann? Auch nicht. Einen Menschen, der schon zweimal im Weltall war? Möööp, wieder falsch.

HeidenheimDie Antwort lautet: Ein Rathaus. Und zwar nicht irgendein Rathaus, sondern DAS Rathaus. Was hat genau dieses Rathaus, was sonst kein anderes Rathaus hat? Es ist etwas, wofür die einen von ihren Freunden gefeiert, andere wiederum von ihren Eltern verdammt werden: ein Piercing! Richtig gelesen, in Heidenheim steht das (in Deutschland ziemlich sicher) einzige Rathaus mit Piercing. An einer Ecke des Rathauses ist im siebten Stock ein großer Edelstahlring (Durchmesser ca. 2,5 Meter) montiert, der durch die Hauswand geht und quasi wie ein Ohrring im Haus sitzt. Bei uns Menschen gehören Tätowierung oder Piercing mittlerweile zum alltäglichen Straßenbild und zum standardmäßigen Körperschmuck. Aber bei einem Gebäude? Der Ring bringt einen künstlerischen Touch mit, verbindet die Welt draußen (öffentlicher Raum) mit der Welt drinnen (privater Raum) und vereint somit diese beiden Welten. Weitere künstlerische Interpretationen überlasse ich Deiner Vorstellungskraft. Auf alle Fälle ist dieses Piercing etwas, das im wahrsten Sinne des Wortes im Kopf bleibt und was Heidenheim eine gewisse Einzigartigkeit verleiht. Die einzige Sehenswürdigkeit in Heidenheim ist es aber nicht.

Schloss Hellenstein

Wahrzeichen und wichtigste Sehenswürdigkeit von Heidenheim ist zweifelsohne Schloss Hellenstein: Das beeindruckende Bauwerk thront hoch oben über der Stadt und bietet eine super Ausblick über die Umgebung. Über den Hermann-Mohn-Weg kommst Du sehr gemütlich in 10 bis 20 Minuten von der Innenstadt aus am Schloss an. Oben angelangt fällt mir als erstes ein eisernes Gittergestell auf. Von weitem wirkt es wie eine Vogel-Voliere, aber je näher ich komme, desto mehr erkenne ich etwas: Der sogenannte Kindlesbrunnen im Brunnengärtle des Schlosses ist fast 80 Meter tief und quasi legendärer Teil Heidenheims. Einer Sage nach werden Heidenheimer Babys nicht vom Storch gebracht, sondern hier aus dem Brunnen geholt. Hm, ich frage mich, ob „Ey du Brunnengeburt“ vielleicht doch gar nicht so beleidigend klingt und eigentlich nur die „Wahrheit“ widerspiegelt. Naja, sei es drum. Viel wichtiger ist das Museum Schloss Hellenstein, das sich in Schlosskirche, Obervogtei, Burgvogtei und Altanenbau der Anlage befindet. Noch viel wichtiger sind die Opernfestspiele in Heidenheim, die zum einen 2014 ihr 50-Jähriges feiern und zum anderen tausende Besucher aus ganz Deutschland in die Stadt an der Brenz locken, lasse ich mir sagen. Acht Wochen lang sind die Opernfestspiele im mittelalterlichen Rittersaal ein ganz besonderes Ereignis. Leider nicht so ganz mein Fall, glaube ich. Dann schon eher das (Achtung, Ironie!) Museum für Kutschen, Chaisen und Karren, das im sogenannten Fruchtkasten von Schloss Hellenstein untergebracht ist.

Museum für Kutschen, Chaisen, Karren (Wiki)

Das Museum befindet sich im einstigen Fruchtkasten auf Schloss Hellenstein. Das Bauwerk wurde 1633 fertiggestellt und diente zunächst der Aufnahme der bäuerlichen Abgaben. Später wurde es als Unterkunft für französische Kriegsgefangene, dann als Militärhospital und als Webschule verwendet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts sollte der Fruchtkasten eigentlich abgerissen werden, wurde jedoch durch eine Initiative von Heidenheimer Bürgern gerettet. Nach der Sanierung wurde 1987 das Museum für Kutschen, Chaisen, Karren eröffnet. Die Exponate stammen aus den Beständen des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart und des Heimat- und Altertumsvereins Heidenheim. 1989 wurde das Museum vom Europäischen Museums Forum für seine Konzeption und Gestaltung mit einer Auszeichnung bedacht. Die einzelnen Abteilungen sind jeweils in eigenen Stockwerken untergebracht, treppenfrei zugänglich ist nur die erste. Das Museum ist von Mitte November bis Mitte März geschlossen.

Brenzpark

Schön hier!, denke ich mir wieder mal auf einer meiner Touren, als ich den Brenzpark betrete (kostet übrigens nen Groschen Eintritt, Drehkreuz inklusive). Die idyllische Anlage lädt an einigen Aktionsstellen zum Mitmachen und an anderen Stellen einfach nur zum Abhängen ein (z. B. unter der Seewiesenbrücke direkt an der Brenz). Auch im Raritätengarten, am sonnigen Steinfloß oder vor dem Blumenteppich mit Blick zum Schloss. 2006 ist das Gelände Austragungsort der Landesgartenschau Baden-Württemberg, seit Frühjahr 2007 ist der Brenzpark für die Öffentlichkeit zugänglich.

Lohnt sich ein Abstecher nach Heidenheim?

Auf jeden Fall. Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten sind überschaubar und damit nicht unbedingt für ein komplettes (langes) Wochenende geeignet. Aber wenn Du an einem freien Tag oder einem Sonntag nichts vorhast und einen netten Tagestrip suchst, dann ist Heidenheim genau das Richtige.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo,

    Heidenheim hat doch eine besondere Speise: Heidenheimer Knöpfte, die sich fundamental von den sonstigen schwäbischen und badischen (spätzleähnlichen) Knöpfe unterscheidet: Sie erinnern stark an böhmische Hefeknödel / Serviettenknödel erinnern. Serviert in brötchenähnlichen Scheiben. Durch schwammartige Soßensaugfähigkeit sehr kompatibel mit der schwäbischen Küche, ansonsten langweilig. Dazu gibt’s noch die Geschichte der Knöpfleswäscherin zu Napoleons Zeiten mit Brunnen an zentraler Stelle.

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