Neues Museum Berlin

Falls du ein Museum in Berlin suchst, das aufgrund seiner Architektur zu den schönsten in Europa zählst, hörst du oft: „Neues Museum, klare Sache!“ Und du bekommst eine Sehenswürdigkeit, die es erst seit zehn Jahren gibt.

Sarkophag von damals

Drei Highlights Neues Museum Berlin

  • Star ohne (Foto-)Ruhm: Nofretete (siehe unten)
  • Star mit (Foto-)Ruhm: Goldhut (siehe unten)
  • Zeit, die du brauchst: drei bis vier Stunden

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Der Nordflügel des Museums ist ganz Ägypten geweiht: Auf drei Ebenen siehst du mehr als 2.500 Exponate. Originalgetreu aufgebaute Opferkammern bieten dir einen ganz besonders realistischen Einblick in die Grabarchitektur der alten Ägypter.

Zu den Highlights der Ausstellung gehört für mich die Büste der Nofretete. Das erkennst du alleine schon an den massiven Sicherheitsmaßnahmen: „No photos please!“ Deswegen zeige ich dir hier auch kein Foto der nubischen, 20 kg schweren Schönheit.

Katzen waren damals heilig

1912 wird sie bei Ausgrabungen gefunden, heute zählt sie zu den bekanntesten Kunstschätzen des Alten Ägyptens. Ihre genaue Herkunft ist unklar. Versicherungen schätzen ihren Wert auf 400 Millionen Euro, vielleicht ist das Neue Museum auch deshalb so vorsichtig. 🙂

Wer da wohl mal drinne lag?

Neben Ausstellungsstücken rund um das Alltagsleben, die Königsherrschaft und den Götterkult zeigt die sogenannte Papyrussammlung interessante Literaturstücke aus der ägyptischen und antiken Zeit.

Heilige Schrift aus dem Alten Ägypten

Treppenhalle im Glanze

Die Treppenhalle gehört zweifelsohne zu den häufigsten Fotomotiven des Museums. Bei deinem royalen Hochschreiten über die breite Treppe funkelt die Sonne (wenn sie denn scheint) durch die Glasfenster. Sie strahlt dir ins Gesicht und auf die alten Säulen und Gipsabdrücke, was für eine einzigartige Atmosphäre sorgt.

Switch zu weniger guten Gefühlen: Im Bombenhagel der Alliierten stürzt die Halle zu Kriegszeiten ein und lässt den Bau in zwei Hälften splitten. Zu DDR-Zeiten übernimmt Mutter Natur überwuchernd die Ruine.

Heutzutage sind hier Materialien der Moderne und Antike vereint. Durch das kleine Eingangsfoyer gehst du direkt die imposante Treppe hinauf. Die Halle gilt als größter Raum des Museums und zieht sich über mehrere Stockwerke. Was der Architekt einst im Kopf hat, wird dir schnell klar: Anstatt die Ruinen abzureissen, haben die Museumsmacher sie in die neue Architektur integriert. Schön.

Vor- und Frühgeschichte

Auf drei Ebenen des Museums in Berlin bietet inklusive Dauerausstellung fast 10.000 Objekte der Antikensammlung und Vor- sowie Frühgeschichte ausgestellt. Start der Ausstellung bildet der Saal „Odin, Urnen, Beutekunst“, wo für dich die spannende 180-jährige Geschichte des Museums aufbereitet ist.

Ausstellung der Früh- und Vorgeschichte

Zudem findest du auf den gut erhaltenen Wandmalereien der Nordischen Mythologie Inspiration für den nächsten skandinavischen Kinder-Vornamen. Seit 1996 gehört zu den Ausstellungsstücken auch der „Berliner Goldhut“, ein 75 cm großes Artefakt aus Goldblech. Der Hut gilt als der am besten erhaltene von insgesamt vier Goldhüten (Ezelsdorf-Buch, Schifferstadt, Avanton). Sie werden dem Sonnenkult der Bronzezeit zugeschrieben.

Berliner Goldhut im Neuen Museum in Berlin

Architektur und seine Macher

Neues Museum Berlin verfügt über eine nahezu rechteckige Form. In der Mitte ragt der mit 31 Metern höchste Gebäudeteil des Komplexes heraus: das Treppenhaus (siehe oben). Die insgesamt drei Flügel des Gebäudes umringen den Ägyptischen und Griechischen Hof.

Eine Konstruktion aus Eisenelementen ermöglicht einst den Bau in die Höhe – trotz eines sehr komplizierten Untergrunds. Zwischen 2003 und 2009 stellen die Architekten das Gebäude mithilfe von 300 Fachfirmen wieder her. Oberstes Ziel: das vorhandene Originalmaterial zu integrieren. So gehören Risse, Einschüsse und teils beschädigte Fassadenteile bewusst zur Museumsarchitektur.

Obacht: Historie

Nachdem der Platz im Alten Museum nicht mehr ausreicht, planen die Museumsmacher damals ein zweites Museum als Erweiterungsbau. Zwischen 1843 und 1855 ist es soweit: Wegen des schlechten Baugrunds setzen die Architekten das Gebäude auf ein hölzernes Pfahlgerüst.

Im Zweiten Weltkrieg zerstören Bomben große Teile des Gebäudes. In den folgenden Jahren gerät das Museum in Vergessenheit, bis 1986 erste Aufbauarbeiten beginnen. Die Wende bremst das Projekt erneut aus. Erst 2003 startet die Restaurierung der Innenräume und Fassade. Seit 2009 ist das Neue Museum in Berlin für die Öffentlichkeit wieder geöffnet.

Preise und Öffnungszeiten

  • Preis: 12 Euro/Erw., 6 Euro/Kind
  • Tipp: Tickets online bestellen
  • Öffnungszeiten: MO-SO 10-18 Uhr (DO bis 20 Uhr)
  • Anfahrt: Hackescher Markt, dann 5 min zu Fuß

Bewertung Neues Museum Berlin

Das Berliner Neue Museum sollte dir bei einem Besuch der Hauptstadt definitiv einen Ausflug wert sein – vor allem bei Regen. Nicht nur die vielen Retro-Exponate sorgen für Begeisterung, auch die besondere Architektur ist den Eintrittspreis wert. Kaum ein anderes Museum vereint richtig alte Zeiten (nicht die „Früher war alles besser“-Clubzeiten) so eindrucksvoll mit modernen Etappen. Wenn du dich hier durch Raum und Zeit bewegst, hast du auf jeden Fall nicht das Gefühl, dass es das Neue Museum erst ein Jahrzehnt gibt. 🙂

Mein Tipp: In Sachen Museum kannst du dich in Berlin eigentlich nicht „sattsehen“. Ich empfehle dir unbedingt auch das Deutsche Spionagemuseum (mit 360-Grad-Video und Interview), das Jüdische Museum (vor allem die Voids sind beeindrückend) und das Deutsche Historische Museum (kannst Tage drin verbringen).

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One Comment

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