Berliner Naturkundemuseum

Wenn Du an einem Wochenendtag im Berliner Naturkundemuseum die Augen schließt, fühlst Du dich vom Lärmpegel her fast wie am Hauptbahnhof. Schuld daran ist unter anderem Tristan, der dinotastische Liebling der Massen.

Ich vor dem Berliner Naturkundemuseum

Grrrrr! Na gut, ich schätze meine Aktion „Zähne zeigen“ schindet bei Dir wenig Eindruck. Außer der Frisur ist nichts an mir furchteinflößend 🙂 Bei Tristan, eines der besterhaltenen Skelette eines T-Rex, sieht das schon anders aus.

T-Rex Tristan Otto, der Superstar des Museums

Ganz schön schwere Last, die der 9-Tonnen-Mann zu tragen hat: Tristan ist Maskottchen, Wahrzeichen, USP und Besuchermagnet in einem. Für das Berliner Naturkundemuseum lohnt es sich: mehr als eine halbe Million Besucher kommen vor allem wegen Sir Tristan Otto ins Museum.

Panorama von Tristan

Ob das Skelett echt ist oder nicht, ist mir in dem Moment nicht wichtig, denn die Ausmaße sind das Beeindruckende: 4 Meter groß vom Scheitel bis zur Sohle, 12 Meter lang und ein paar Milchzähne im Mund 🙂 Wenn Du so vor ihm stehst, merkst Du erst, wie klein und unbedeutend wir Menschen sind.

DIe sog. Nasssammlung ist ziemlich kurios.

Für mich persönlich ist aber ein anderes Exponat das eigentliche Highlight der Ausstellung, die sogenannte Nasssammlung. Hier ist es ziemlich dunkel, wesentlich kühler als im Rest des Museums und es erinnert stark an ein Gruselkabinett.

Is' ja hammer, hammer, Hai...

Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes ans Eingemachte: Mehr als 100.000 Fische plus weitere Meerestiere sind in rund 300.000 Gläser eingelegt. Nicht nur zu Schau-, sondern auch zu Forschungszwecken: Die Nasssammlung gilt als wichtige wissenschaftliche Dokumentation und wertvolles Kulturgut.

Kurioses Regal im Raum mit der Nasssammlung

Stellenweise ist es echt gruselig. Wenn nicht zufälligerweise ein paar andere Leute mit im Raum wären, würde ich mich wie in einem Horrorfilm fühlen. Ich habe jeden Moment das Gefühl, dass sich eines der eingelegten (toten) Tiere bewegt. Schaurig schön.

Video: Ausflugs-Check Naturkundemuseum Berlin

In meinen Video zeige ich Dir in rund 4 Minuten die Besonderheiten des Berliner Naturkundemuseums und die Tücken einer bestimmten Tür im Museum 🙂

Highlights im Museum für Naturkunde: Tristan, Brachiosaurus, Spinosaurus

Die perfekte Beschilderung direkt vom Eingang weg zeigt Dir auf Anhieb, wer die Superstars im Museum sind. Einer steht gleich im ersten Saal der Saurierwelt: Das Skelett des Brachiosaurus brancai ist mehr als 13 Meter hoch und gilt damit als das größte montierte Dinosaurierskelett der Welt.

Panoramaaufnahme des Dinoskeletts eines Spinosaurus

Nicht weniger beeindruckend und noch ein Rekordhalter ist der Spinosaurus. Das gewaltige Skelett sorgt im Berliner Naturkundemuseum für das weltweit erste, lebensgroße Modell des gigantischen Raubsauriers.

Beeindruckende Dinoköpfe

Dinosaurier haben im Berliner Naturkundemuseum ne riesen Fanbase. Der Veggie unter den Dinos, Kentrosaurus, lebt vor rund 150 Millionen Jahren im Oberen Jura. Der Klassiker Allosaurus hingegen ist passionierter Fleischfresser und hat sich in der Saurierszene mit scharfen Klauen und klingenartigen Zähnen einen Namen gemacht.

Strandläufer

Strandläufer sind einst dafür bekannt, mit ihren langen Schnäbeln im Schlamm nach Nahrung zu suchen – und sie im besten Fall auch zu finden. Durch ihren eleganten, aerodynamischen Körperbau sind sie eher Sprinter statt Dauerläufer.

Game of Thrones? Drogon lässt grüßen!

Game of Thrones lässt grüßen: So langsam wird mir bewusst, wovon sich Autor George R. R. Martin inspirieren lässt. Der Dinoschädel sieht Drogon ziemlich ähnlich. Kurioser „Zufall“: Die Drachen für die Kultserie entstehen in einer Firma in Frankfurt 🙂

Die Ausstellung im Museum für Naturkunde in Berlin hat einiges zu bieten.

Alles in allem beherbergt das Berliner Naturkundemuseum über 30 Millionen (!) Objekte, darunter mehr als 15 Millionen Insekten, mehr als eine halbe Million Wirbeltiere und mehr als 2 Million Fossilien.

Fossilien gibt es auch einige im Museum zu bestaunen.

Ist klar, dass so viele Tierchen ne Menge Platz brauchen: Das Museum selbst ist rund 42.000 Quadratmeter groß, die Ausstellungsflächen haben „nur“ eine Größe von etwa 7.100 Quadratmeter.

Korallenriff sieht in echt noch viel schöner aus.

Dieses künstliche Korallenriff ist in echt wesentlich schöner als auf so nem popeligen Foto. Das Riff wird von Lichteffekten bestrahlt, die es so aussehen lassen, als ob es sich im Wasser bzw. in den Wellen bewegt. Schön.

Im Mineralienraum des Museums geht es ruhiger zu.

Schön ist auch die Ruhe im Mineralienraum: Im Gegensatz zur hauptbahnhofartigen Atmosphäre in den Haupthallen, bei Tristan und bei Spinosaurus geht es hier ziemlich ruhig zu. Mag vielleicht an der „toten Materie“ liegen: Phosphate und Silikate. Ah ja.

Bitte die Mikroskope nicht verstellen!

Hahaha, genau so ein Schild kenne ich noch aus der Schule: „Bitte die Mikroskope nicht verstellen!“ Und eben solche Nachrichten sind es, die mich während der Schulzeit dazu animieren, die Mikroskope erst recht zu verstellen 🙂

Eingang ins Berliner Naturkundemuseum

Das Berliner Naturkundemuseum ist super einfach zu erreichen: Anfahrt machst Du am besten mit der U-Bahn U6, Haltestelle „Naturkundemuseum“ (nur 5 Minuten vom Hauptbahnhof). Für den naturkundlichen Spaß bezahlen Erwachsene 8 Euro und Ermäßigte wie Kinder, Studenten und Rentner 5 Euro. Die Preise finde ich ok.

Fazit Berliner Naturkundemuseum

Das Berliner Naturkundemusem gehört bei einer Städtereise Berlin einfach mit dazu. Im Gegensatz zu vielen anderen Museen bspw. auf der Museumsinsel ist das Museum für Naturkunde wesentlich lebendiger – was nicht zuletzt an der Menschenmasse und herumtobenden Kindern liegt. Tristan sei Dank 🙂

Mein Tipp: Kombiniere’ Deinen Ausflugstag in Berlin mit einer Führung am ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof (hier geht es zu meinem Artikel). Liegt nämlich auf derselben U-Bahnlinie: mit der U6 sind es vom „Naturkundemuseum“ bis zum „Platz der Luftbrücke“ nur 11 Fahrminuten.

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